Erst dacht ich, was schon wieder eine Band aus Bournemouth, dies hatte ich doch gerade erst mit Tigercub. als ich dann gesehen habe, das Bournemouth mit über 180’000 Einwohner nun doch nicht so klein ist wie angenommen, wusste ich, es hat genügend Platz für gute Bands. Und genau in diese Kategorie der guten Bands gehört auch Voodoo Vegas. Die Band um Frontmann Lawrence Case ist grob dem Hard Rock einzuordnen, mit einem starken Hang zum Sleaze Rock. Als Referenz kann man getrost Skid Row oder auch RATT herbeiziehen. Freak Show Candy Floss erscheint heute und ist das zweite vollwertige Album der Engländer nach dem Debüt aus dem Jahre 2013 (2015 erschien eine EP). Zuletzt war die Band fast zwei Jahre unentwegt auf Tour, unter anderem mit Joe Satriani. Auch wenn man sich stilsicher im Bereich der obig genannten Bands bewegt, kann man durchaus auch Elemente von anderen Bands ausmachen. Gerade auch beim Opener Backstabber meine ich mich doch an Led Zeppelin erinnern zu können, wenn ich so gewisse Licks höre. Die Aufnahmen sind einwandfrei vom The Answer Produzenten Guilleromo Maya in Szene gesetzt worden und kommen so auch sehr zeitgemäss daher. Was mir fehlt ist irgendwie der rote Faden durch das Album hindurch. Jeder Song für sich stehend absolut perfekt, wenn ich nicht wüsste, dass es sich um ein und dieselbe Band handelt, ich hätte auf einen Sampler gesetzt. Man kann dadurch auch Abwechslung attestieren, zudem ist es das erste Album an welchen alle Musiker sich mit dem Songschreiben auseinander gesetzt haben, damit sind natürlich allerlei Einflüsse verpackt worden. So denke ich befinden sich Voodoo Vegas noch ein wenig in der Findungsphase. Kann mir deshalb durchaus vorstellen, dass das nächste Album dann ein richtiger Knaller werden wird. Nicht falsch verstehen, auch dieses Album hebt sich positiv hervor, mir fehlt nur noch die Eigenständigkeit. Da gibt es neben dem Sleaze, auch Nummern wie das mit Mundharmonika vorgetragene recht bluesige «Poison». Mein Favorit wiederum ist das akustische «Sleeping in the Rain» welches mich sehr an Soul Asylum erinnert. Alleine diese Beispiele zeigen die Abwechslung der Platte, die jeder Hard Rock Fan unbedingt mal anchecken sollte. Zudem glaube ich auch das diese Abwechslung durchaus gewollt ist wenn ich das Zirkuscover anschauen. Jeder Song stellt einen Nummer in der Manege dar, und auch da gibt es nicht nur Trapezkünstler, sondern auch Raubtierbändiger. Also Daumen hoch für erstklassige Unterhaltung.

Line-up:
Gesang: Lawrence Case
Gitarre: Maryl Hamilton, Jon Dawson
Bass: Ash Moulton
Drums: Jonno Smyth

Tracklist:
1. Backstabber
2. Long Time Gone
3. Resolution
4. Killing Joke
5. Lady Divine
6. Poison
7. Black Heart Woman
8. Sleeping In The Rain
9. I Hear You Scream
10. Walk Away

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