Leider liegen mir aus der Schweiz keine aktuelle Zahlen vor, da hinkt die IFPI noch hinterher. Aber aus Grossbritannien und Amerika liegen für alle Vinylfans freudige Nachrichten vor. Dort hat nämlich  die Musikindustrie bekannt gegeben, dass die Verkaufszahlen von Vinyl immer mehr zulegt. Die British Phonographic Industry meldet 4,8 Millionen verkaufte Schallplatten für das Jahr 2020. Dies sind soviele wie seit den frühen 90er Jahren nicht mehr. Jeder Fünfte verkaufte Tonträger ist aus dem schwarzen Gold (mittlerweile auch in allen anderen Farben). Grossbritannien meldet somit bereits das 13. Jahr in Folge eine Wachstumssteigerung mit diesem Musikmedium. Selbst das Nischenprodukt Tonkassette hat zugelegt. Was hierzulande kaum mehr in den Läden zu finden ist, war früher vor allem in den englischsprachlichen Ländern ein grosser Absatzmarkt. Die Kassetten sind in Grossbritannien auf dem höchsten Stand seit 2003, was immerhin 157’000 verkaufte Einheiten bedeutet. Wäre jetzt interessant zu wissen, ob die Bleistifte auch mehr verkauft wurden. Interessant ist auch, dass es sich bei den Kassetten um meist aktuelle Künstler handelt, bei Vinyl jedoch eher um Klassiker der Musikgeschichte geht.

In den USA stellten die Schallplatten in der Weihnachtswoche sogar einen neuen Verkaufsrekord auf. Laut Nielsen Music / MCR Data sind es mit 1,842 Millionen die höchste verkaufte Stückzahl seit den Aufzeichnungen im Jahr 1991. Bereits zum vierten Mal haben die Vinyl-Verkäufe die CD-Verkäufe überholt.

Für Musiker/innen ist dies natürlich eine gern gesehene Entwicklung in Anbetracht dessen, dass der Umsatz mit Tonträgern natürlich um einiges höher liegt als mit den heute gängigen Streaming Plattformen. Dies dürfte in der aktuellen aktuelle herrschenden Musikereiszeit wenigstens einen kleinen Hoffnungsschimmer am Horizont aufsteigen lassen.