Einen Rückblick auf die Karriere von Status Quo zu machen würde wohl in einem Buch enden, vielmehr wohl in mehreren Büchern. Die Band gibt es seit gefühlten hundert Jahren und ihren ersten Top Ten Hit hatten sie im selben Jahr wie meine Eltern ihren ersten Hit zur Welt brachten…. Mich 😊. Aber es gibt noch ein paar Sachen mehr die mich mit einer der erfolgreichsten Band der Welt verbindet. Mein Nachbar hörte sie rauf und runter, damals anfangs der 80er Jahre, so dass ich schon früh alle Lieder aussprachesicher aber nicht textsicher mitsingen konnte. Dann kam der grosse Wurf mit In The Army Now, für mich stiegen sie dann in die Liga der ganz Grosse auf. Für viele Quo Anhänger war dies dann zwar schon fast wie ein Stilbruch. Mir aber öffneten sie eine neue Perspektive, denn die darauffolgende Tour kam nach Luzern in die schlechteste Akustikhalle der damaligen Schweiz, die Allmendhalle und ich war dabei, was ich ja noch nicht wusste. Es sollte mein allererstes Konzert einer internationalen Band sein in einer Halle mit mehr als 50 Nasen Fassungsvermögen. Heute einige 100 Konzerte später kann ich immer noch sagen, es hat sich gelohnt und Status Quo waren schuld daran, dass ich dem Livefieber verfallen bin. Also war es nicht mehr als richtig die Band auf ihrer vermutlich wohl letzten elektrisch verstärkten Konzertreise nochmals zu besuchen.

Dass ich dann auch gleich noch im Fotograben stehen durfte verdanke ich abc Production die mich am Tag zuvor noch akkreditierten. So durfte ich also beim letzten Konzert der Plugged In Tour anwesend sein. Gleich unübliche vier Songs durften fotografiert werden. Die Macht der Gewohnheit liess die anwesenden sechs Fotografen aber bereits nach dreien wieder rauslaufen. Egal dank dem Medienpass konnte ich das Konzert dann von der Halle aus so richtig geniessen. Es war wahrlich ein Genuss die Engländer mit ihrer Spiellaune zu sehen. Mehr als 50 Jahre steht Francis Rossi mittlerweile auf der Bühne und er strahlt immer noch und hüpft wie ein 20-jähriger. Sein Gitarrist Richie Malone und der Schlagzeuger Leon Cave waren noch gar nicht auf der Welt als Francis Rossi loszog um die Welt mit drei Akkorden zu erobern, schon ziemlich unglaublich. So fing der Abend gleich mit einem Knaller in Form von Caroline an, danach folgte ein Steifzug durch die Kompositionen der letzten Dekaden. Die Band hat weit mehr als 100 Millionen Platten abgesetzt, Dutzende von Singles in den Charts platziert. Wie man da eine halbwegs angemessene Setlist zusammenstellen kann ist wahrlich eine Kunst, um diese Aufgabe beneide ich sie nicht. Es wurde auch nicht viel debattiert, ausser auf die heissgeliebte Rösti wurde noch eingegangen. Eine Packung Rösti wurde dann auch gleich an Rhino Edwards nach vorne gereicht, da wussten wohl etliche von den kulinarischen Vorlieben der Band. Wie schon geschrieben, eine Setlist zusammenstellen bei all den Hits, keine leichte Sache. So bediente man sich auch einem Medley was eine vernünftige Lösung bietet, Songs gekürzt zwar, aber zumindest werden sie angespielt. Richtig laut wurde es dann als sie In The Army Now anspielten. Dann waren die rund 8000 im nicht ganz ausverkauften Hallenstadion selbst auf den Tribünen nicht mehr zu halten. Ich hatte ein Flashback zurück ins Jahr 1987 und die Haare standen mir zu Berge, die Nummer ist einfach immer noch ein Knaller, auch wenn Francis die Gesangslinien heutzutage ein wenig anpassen muss um die Höhen noch hinzukriegen. Ab diesem Moment wurde es richtig heiss im Hallenstadion, es gab wirklich ein Hitfeuerwerk welches nun abgefeuert wurde. Viel zu schnell dann war nach Rockin’ All Over The World Schluss und der Zugabeteil kam. Dies ist wohl immer noch ein wenig alte Schule. Das Konzert von Status Quo dauerte inkl. Zugaben genau 90 Minuten, dies ist bei den meisten Headliner heute auch nicht mehr so, selbst Kinofilme haben diesen Zeitrahmen gesprengt. Ich persönlich hätte gut und gerne noch ein paar Songs mehr im regulären Set gehört. Dies ist aber auch wirklich das einzige was ich zu kritisieren habe. Zu gerne hätte ich zum Chartjubiläum von Pictures of Matchstick Men die Nummer gehört, oder endlich mal meinen Lieblings Status Quo Song Red Sky, meines Wissens habe die den noch nie in voller Länge live gespielt, nur immer in ein Medley verpackt. Es war auf jeden Fall ein starkes Konzert von einer Band die immer noch Gute Laune am Laufmeter verteilt und für mich hatte es dank den eingangs erwähnten Anekdoten eh einen besonderen Stellenwert. Kaum vorzustellen, dass es Status Quo irgendwann mal nicht mehr geben sollte.

An dieser Stelle nochmals vielen Dank an Cindy von abc Production für die Akkreditierung und die Betreuung vor Ort.