Die Rocknacht Tennwil 2025 verspricht wieder zwei Abende voller handfestem Rock, melodischem Hardrock und kernigem Metal direkt am Hallwilersee: vom 19. bis 20. September verwandelt sich die Wiese am Hölzliweg in ein dicht gedrängtes Festivalzelt, in dem von Newcomern bis zu gestandenen Veteranen für jede Gästegeneration etwas geboten sein wird.

Den Auftakt am Freitag macht Felskinn, eine Schweizer Band, die sich auf kraftvollen Metal mit Einflüssen aus unterschiedlichen Subgenres versteht. Ihre Stücke leben von druckvollen Riffs und einem Hang zur melodischen Verzweigung, was sie zu einem idealen Opener macht. 20 Jahre hat die Band rund um Andy Portmann auf dem Buckel, die Erfahrung bringen sie also mit gleich zu Beginn das Fetzelt zum glühen zu bringen. Anschließend betreten Gin Annie die Bühne — eine junge, energetische Hard-Rock-Band aus England, die in den letzten Jahren auf der Insel Aufmerksamkeit gesammelt hat und nun zum ersten Mal in der Schweiz spielen wird. Gin Annie kombinieren klassischen britischen Hardrock-Attitüde mit moderner Bühnenpräsenz; ihre Songs sind kurzweilig, riffbetont und bestens geeignet, die ersten Crowds vor der Bühne zum Mitsingen zu animieren.

Im weiteren Verlauf des Freitagabends steht Absolva auf dem Programm, eine britische Formation, die sich zwischen Heavy Metal und melodischem Hardrock bewegt. Absolva haben sich in der Szene einen Ruf als kraftvolle Live-Band erarbeitet, den sie auch in der Schweiz mehrfach unter Beweis stellen konnten. Ihr Songwriting scheut weder eine gesunde Härte als noch eine eingängige Melodie. Ein Sound, der sowohl Fans klassischer Metal-Riffs als auch Freunde eingängiger Refrains anspricht. Ihre Bühnenpräsenz ist temperamentvoll und direkt; wer auf eine gute Balance zwischen technischem Können und unmittelbarer Spielfreude steht, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Absolva bringen als Gastgitarristen Tom Atkinson mit, der in der Schweiz bereits mehrfach mit Fury auf der Bühne stand.

Der Headliner des ersten Abends ist Herman Frank Legacy — kein Unbekannter für Rock- und Metalfans: Herman Frank, lange Jahre Gitarrist bei Accept, hat sich mit diesem Projekt eine Bühne geschaffen, auf der er eigene Songs und Höhepunkte seiner langen Karriere in geballter Form präsentiert. Die Herman Frank Legacy-Shows sind als Best-of-Programme angelegt, bei denen nicht nur virtuos gespielt, sondern auch die Geschichte des klassischen Heavy Metal gefeiert wird. Dass hier versierte Musiker zusammenkommen und prominente Gastsänger die Stücke ergänzen können, macht den Auftritt zu einem besonderen Abend für Fans, die handwerkliche Gitarrenkunst und nostalgische Hymnen zu schätzen wissen. Man kann sich freuen auf Songs von Accept, Victory, Moon’doc, Iron Allies und natürlich seiner Solokarriere

Der Samstag startet früher und bietet ein internationales Programm mit Bands, die in ihren jeweiligen Szenen hoch geachtet sind. SEVI aus Bulgarien bringt eine starke Frontfrau, eingängige Melodien und eine präsente Performance mit. Die Band beschreibt ihren Stil gern als „heart rock“, eine Bezeichnung für emotional aufgeladene, trotzdem rifforientierte Rockmusik. SEVI haben sich in den letzten Jahren eine solide Live-Reputation erarbeitet, treten auf europäischen Festivals auf und sind für ihren Mix aus Intensität und Ohrwurmqualitäten bekannt; ihr Auftritt in Tennwil dürfte daher viele Zuschauer anziehen, die kraftvolle Vocals mit melodischer Songstruktur mögen.

The Order bringen dunkleren, metallischeren Rock auf die Bühne: ihre Tracks sind oft heavy, von treibenden Drums und dominanten Gitarren geprägt, und sie verstehen es, Spannung über lange Stücke aufzubauen. Danach folgen Black Oak County, die „Entdeckung des Jahres“ aus Dänemark, wie sie im Vorfeld angekündigt wurden. Die Band verbindet klassischen Hardrock mit stoner-artigen oder grungigen Untertönen und hat sich in den letzten Jahren mit energischen Liveshows und kompakten Alben einen Namen gemacht. Ihre Songs sind hymnisch, melodisch und gleichzeitig rau. Das macht sie zu einer perfekten Wahl für das spätere Nachmittags-/Abendprogramm, wenn die Festivalbesucher in Stimmung kommen.

Hardline übernehmen den Headliner Slot am Samstag und repräsentieren den US-melodischen Hardrock/ AOR-Kosmos: seit ihren Anfängen stehen Hardline für große Melodien, starke Gitarrenarbeit und Refrains, die schnell ins Ohr gehen. Die Band um Sänger und Gründungsmitglied Johnny Gioeli ist gerne und häufig in der Schweiz und reisst das Publikum auch jedesmal mit, den er ist eine echte Rampensau. Ein würdiger Headliner, der die Festivalnacht mit bekannten Hooks und handwerklich sauber dargebotenen Songs abrundet. Was freu ich mich auf Songs wie Dr. Love, Hot Cherie oder Rhythm From A Red Car, das wird ein Fest

Das Programm komplettieren Bloody Horseface, eine Band, die in der Szene vor allem für direkten Rock-N-Roll mit metallischem Einschlag geschätzt wird. Bloody Horseface verstehen es, mit rauer Energie und einem Augenzwinkern das Publikum zu unterhalten; sie sind die Sorte Band, die das Zelt zum Kochen bringen kann, wenn die Nacht schon fortgeschritten ist.

Insgesamt zeichnet sich die Rocknacht Tennwil 2025 durch eine gelungene Mischung aus internationalen Gästen und heimischen Acts, aus Klassikern des Hardrocks und jungen, hungrigen Formationen aus. Wer handgemachte Gitarrenmusik, ehrliche Bühnenarbeit und Festivalatmosphäre mag, findet hier zwei Tage kompakter Rockkost mit genügend Abwechslung: von melodischem AOR über klassischen Heavy Metal bis hin zu rauer, dreckiger Rock-Attitüde. Praktisch ist auch, dass das Festival wetterfest im großen Festzelt stattfindet — ein Punkt, der die Atmosphäre unabhängig von Spätsommerwetter stabil hält und das gemeinsame Erlebnis allemal sicherstellt. Wer jetzt noch keine Tickets hat, sollte sich jetzt aber schleunigst welche bei Ticketino besorgen.