Frank Beck, vielen als Tour-Sänger von Kai Hansens Gamma Ray ein Begriff, tritt endlich aus dem Schatten und präsentiert mit Risen Atlantis sein erstes großes Soloprojekt. Mit im Boot: Songwriter und Produzent Alessandro Del Vecchio.

Das Konzept ist schnell umrissen: Power To The Past soll ein modernes Power-Metal-Album sein, das gleichzeitig den Geist der 80er-Jahre atmet. Ein Vorhaben, das durchaus Sinn ergibt, wenn man die enge Verbindung von Beck zu Gamma Ray und der Szene bedenkt. Aber auch der Symphonic Metal wird in weiten Teilen mit eingebunden, was zuweilen schon fast einen Nightwish Charakter zu transportieren vermag.

Musikalisch bleibt das Album jedoch überwiegend im klassischen Power-Metal-Kosmos verankert. Beck blättert hörbar durch die große Stilfibel des Genres – große Refrains, melodische Gitarrenleads, hymnische Strukturen – und liefert solides Handwerk ohne große Experimente. Dennoch gibt es einige Akzente, die Power To The Past über das Gewohnte hinausheben.

Ein entscheidender Faktor ist Gitarrist und Co-Songwriter Brett Jones, dessen Riffs und Melodien viele Songs zum Leben erwecken. Unterstützt wird er durch Del Vecchios elegante Keyboard- und Piano-Beiträge, die dem Sound Tiefe und Farbe verleihen. Ein frühes Highlight ist das fast tänzerische Intro zu Glory To The Brave, das wie ein Weckruf wirkt und die Band hörbar beflügelt.

Songs wie Legacy Divine schlagen eine direkte Brücke zu Gamma Ray – fast schon zu nah an der Vorlage, aber dank Mirko De Maios treibendem Schlagzeug und Jones’ Gitarrenarbeit mit genügend Eigenständigkeit. Besonders gelungen sind die orchestralen Arrangements in Sea Of Tranquility und Trapped In Heaven, die den Sound Richtung Symphonic Metal öffnen und für eine dramatische, dichte Atmosphäre sorgen. Auch No Hell For The Good und der Titeltrack schaffen es, Symphonic- und Power-Metal-Elemente geschmackvoll miteinander zu verweben.

Mit Wrong Destiny und A Million Miles Away kehrt die Band schließlich zurück zu ihren Wurzeln: klassischer, energiegeladener Power Metal, der das Album dort enden lässt, wo es begonnen hat – kraftvoll, episch und treibend.

Power To The Past ist keine Revolution, aber eine leidenschaftliche und respektvolle Hommage an das Genre. Beck beweist, dass er mehr ist als „nur“ der Live-Sänger von Gamma Ray, und präsentiert gemeinsam mit Jones und Del Vecchio ein Album, das Fans traditioneller Power-Metal-Klänge zweifellos begeistern wird.