Eigentlich hätte gestern ja auch schon ein Titel vergeben werden sollen. Auf dem Plan stand Schweizer Album des Jahres, dies kippte ich dann jedoch, da mein Schweizer Album des Jahres gleich den Titel Record of the Year geholt hat und zwar von allen anderen Veröffentlichungen. Wie kommts? Es hat ja beileibe nicht an hochkarätigen Alben gefehlt in diesem Jahr. Selbst meine absolute Lieblingsband Nightwish kam mit einem neuen Album im die Ecke. Es gab viele Platten die auch durchweg mich erreicht haben und ich für würdige Inhaber dieses Titels in Erwägung gezogen habe. Letztlich entschied ich mich aber für die vier Ostschweizer aus dem Rheintal; Black Diamonds.

Sie mausern sich von Album zu Album und steigern jedesmal das Niveau der Kompositionen in immer höhere Hemisphären, wie hier bei Destination Paradise. Die erste Auskopplung verlor knapp den Titel Schweizer Song des Jahres, was glaub ich mit diesem Titel hier gutgemacht ist. Klar auch die Black Diamonds erfinden den Melodic Rock nicht neu, muss man ja auch nicht. Was für mich zählt ist, spühre ich etwas wenn ich mir die Musik anhöre, bei einem Record of the Year sollte dies nicht nur bei einem Song der Fall sein. Die Black Diamonds haben es geschafft mir hier eine Platte zu präsentieren, ohne Ausfall, ich finde beim besten Willen nicht einen Song, bei welchem ich den Tonarm eine Rille weiterverschiebe oder im Auto die Skip Taste drücke. Als ich dann auch noch die Destination Paradise : Limited Box erworben habe (lohnt sich auf jeden Fall) und die „Linernotes“ zu den Songs mitgelesen habe, bekamen die Songs für mich nochmals etwas mehr Bedeutung. Für einen Song dieses Album sollte man sogar noch den Titel Coversong of the Year erschaffen. Diesen Titel würden sie trotz all den Erik Grönwalls und Tommy Johanssons locker einsacken mit ihrer Neuinterpretation von Run With Us (auf diesen Song muss man erst einmal kommen). Klar sickert bei mir auch der Fanboy etwas durch, den ich mag die Band ausnahmslos und sie sind in meiner persönlichen Lieblingsliste auch sehr weit oben angesiedelt. Ich habe in diesem Jahr nicht viele Plattenkritiken geschrieben (sorry liebe Labels, als Alleinbetreiber dieser Seite fehlt einfach die Zeit dafür, aber Danke für alles was ihr mir immer schickt), für dieses Album nahm ich mir die Zeit, hörte es unglaublich oft an. Es half auch, dass mein Sohn im Engadin in der Rekrutenschule war, ich ihn hin und wieder entweder holte oder brachte. Genau in dieser Zeit war Destination Paradise mein persönlicher Begleiter (und gezwungenermassen auch der meines Sohnes) und aus dem Auto fast nicht mehr wegzudenken. Passt ja irgendwie wenn bei einer Autofahrt die Destination, Paradise heisst.

Also zur Plattenkritik geht es hier lang und wer das Album noch nicht hat, die Black Diamonds haben einen gut ausgestatteten Shop, der hier zu finden ist