Heute vor genau 40 Jahren, am 2. Juni 1986, veröffentlichten Queen ihr zwölftes Studioalbum „A Kind Of Magic“ und zementierten damit endgültig ihren Status als eine der größten Stadion-Rock-Bands der Musikgeschichte. In vielen Aufzählung ist es jedoch das elfte Studioalbum, da wird aber oftmals das mehrheitlich instrumentale Album „Flash Gordon“ gar nicht mitgezählt. Nach ihrem monumentalen Auftritt bei Live Aid im Jahr zuvor strotzte die Band um den charismatischen Frontmann Freddie Mercury nur so vor kreativer Energie und Selbstbewusstsein. Das Ergebnis war ein facettenreiches Meisterwerk, das Pop-Perfektion mit der rohen Gewalt des Rock verband und bis heute Kultstatus genießt.
Das Album hat eine tiefe filmische Verwurzelung. „A Kind Of Magic“ fungiert quasi als inoffizieller Soundtrack zum Kultfilm Highlander – Es kann nur einen geben mit Christopher Lambert und Sean Connery. Regisseur Russell Mulcahy bat Queen ursprünglich nur um ein paar Songs, doch die Band war nach der Sichtung des Rohmaterials so inspiriert, dass sie fast ein ganzes Album daraus machte. Legendär ist die Entstehungsgeschichte der Power-Ballade „Who Wants To Live Foreever“ Gitarrist Brian May schrieb den Song auf der Heimfahrt im Auto, tief bewegt von einer Schlüsselszene des Films, in der der unsterbliche Hauptcharakter mit dem Altern seiner sterblichen Frau konfrontiert wird.
Obwohl das Album für seine eingängigen Pop-Hymnen und den massiven Einsatz von Synthesizern bekannt ist, besitzt es eine nicht zu unterschätzende Relevanz für den Hard Rock. Queen zeigten hier eindrucksvoll, wie man harten, gitarrenlastigen Rock stadiontauglich modernisiert, ohne ihm die Zähne zu ziehen. Songs wie „Gimme the Prize“ (Freddies Hommage an den Highlander-Bösewicht Kurgan) oder „Princes Of The Universe“ strotzen nur so vor aggressiven, schneidenden Gitarrenriffs von Brian May. Sie lieferten die perfekte Vorlage dafür, wie Heavy-Metal- und Hard-Rock-Elemente in den von Synthies dominierten Sound der 1980er-Jahre integriert werden konnten. Die bombastische Produktion und die dichten Vocal-Harmonien beeinflussten spätere Generationen von Hard-Rock- und Power-Metal-Bands (wie z. B. Blind Guardian oder extreme Rock-Produktionen der 90er) nachhaltig. Queen bewiesen, dass Hard Rock nicht dreckig und minimalistisch sein muss, sondern absolut majestätisch und orchestral sein kann.
Fakten rund um das Album:
Der Albumtitel und der gleichnamige Song basieren direkt auf einer Zeile aus Highlander. Christopher Lamberts Charakter Connor MacLeod nutzt die Phrase „It’s A Kind Of Magic“, um seine Unsterblichkeit zu erklären.
Der Megahit „One Vision“ entstand in einer seltenen, echten Co-Produktion aller vier Bandmitglieder. Bei „A Kind Of Magic“ flogen hingegen die Fetzen. Roger Taylor hatte den Song ursprünglich als düstere Rock-Ballade für den Film geschrieben. Freddie Mercury schnappte sich das Stück, verpasste ihm eine funkige Bassline und poppige Hooks. Taylor war anfangs stinksauer über die Kommerzialisierung, bis der Song weltweite Charterfolge feierte.
Das ikonische, animierte Musikvideo zu „A Kind Of Magic“ und das farbenfrohe Album-Cover wurden vom disneyerfahrenen Animator Roger Mainwood gestaltet. Es war das erste Mal, dass Queen-Mitglieder als Zeichentrickfiguren zu sehen waren.
Im Zuge des Albums gingen Queen auf die legendäre Magic Tour, bei der sie unter anderem das Wembley-Stadion zweimal ausverkauften und vor über 120.000 Menschen im Knebworth Park spielten. Es sollte, tragischerweise, die letzte gemeinsame Tournee von Queen in Originalbesetzung mit Freddie Mercury werden. Eignetlich hatte ich damals sogar Tickets für die Show, die ich aber aufgrund irgend einem anderen Anlass verkaufte, mit dem Hintergedanken, dass ich Queen ja später bestimmt noch sehen werde. Ich könnte mich heute noch dafür ohrfeigen. So habe ich tatsächlich Freddie nie live gesehen.