Wer nicht wie ich im Kanton Schwyz zu Hause ist, wird wohl nie mitbekommen welch grossartige Musikerszene wir hier haben, insbesonders im Talkessel von Schwyz mit seinem Ausleger ins Muotathal. Das war früher schon so als ich noch als Teenager in die Partyzelte eines Frühlingsfestes oder ähnlichem pilgerte. Selbst die Unterhaltungsmusik (ich nenn es nun mal so) brachte einige grossartige Talente hervor die schweizweit ablieferten. Der innere Kantonsteil brachte aber auch immer schon grossartige Rockbands hervor. Das Muotathal steht bei mir erst recht seit den ehrwürdigen Verwaint zuoberst auf der Beobachtungsliste.

Vor nunmehr auch schon 15 Jahren betraten Dreadful die musikalische Bühne und feiern ihr Jubiläum mit einer sechs Songs umfassenden EP. Und was da Jonas Marty, Dario Gwerder, Andy Schelbert und Theo Schmidig im 2inch-Records Studio von Ralph Zünd auf den Silberling haben pressen lassen ist ein kunterbunter Streifzug durch die Rock/Country/Folk/Blues Welt. Und wenn Theo mit dem Bass zu One Hell Of A Ride anspielt und in einem typischen AC/DC Groove zusammen mit Mäsi immer auf den Punkt vorwärts prescht, treibt dies nicht nur, wie im Video, Marco Odermatt zu Glanztaten an. Dies hätten die Australier auch nicht besser hingekriegt.

Weiter geht es mit Down To The Bone, mit einem Text der unsere Überflussgesellschaft kritisiert (zu recht wie ich finde) und den Hörer auffordert auch mal etwas bodenständiger zu sein. Obwohl der Text doch zum Nachdenke anregt ist es musikalische eine Nummer, die zum Mittanzen anregt. Meine Füsse wippen beim Schreibe zumindest unter dem Tisch munter mit. Es folgt meine Lieblingsnummer auf dieser EP, Memories Last Forever. Ich komme hier leider nicht um den Vergleich zu der Multi-Platin Band Cinderella rum. Diese Nummer hätte definitiv gut auf eines deren Alben gepasst. Im von Sänger Andy geschriebenen Text, verarbeitet er textlich den Verlust eine Freundes und holt sich hier noch weibliche Unterstützung im Background. Die Gitarrenarbeit hier ist genau so gefühlvoll wie es der Song verdient und hervorragend in Szene gesetzt. Ein echtes über 6 Minuten anhaltendes Highlight. Dann wird das Banjo für Home Sweet Home entstaubt. Und wie hat Otto Waalkes schon vor Jahrzehnten bemerkt, mit Banjo kann man keine traurigen Lieder spielen. So ist auch Home Sweet Home ein richtiger Gute-Laune-Song und eine musikalische Liebeserklärung an das Muotathal im feinsten Country-Folk Gewand. Stilmässig wird es nun wieder etwas rockiger, da sickert schon einmal der bluesige Hard Rock durch, 70er Jahre Hard Rock wohlgemerkt. Genau in diese Ecke schlägt Oh Yeah, Alright nämlich ein, rau und ungehobelt. Die bei Monobuster Records erschienene EP findet mit Shake It seinen Abschluss. Hier wird die Mundharmonika, oder wie es bei uns heisst „Schnorrägigä“, ausgepackt. In bester Texas Boogie Langbart Manier (ihr wisst welche Band ich meine) wird hier gegroovt was das Zeugs hält.

Dreadful ist ein äusserst abwechslungsreiches Album gelungen, welches dadurch sehr kurzweilig ist und nie langweilig wird. So dass man das Album gerne immer wieder anhört und auch für jede Party ein Gute Laune Garant ist. Und wenn Du diese EP haben möchtest. Ich habe hier ein von der Band persönlich unterschriebenes Exemplar welches einen neuen Besitzer sucht. Einfach kurz Deine Mailadresse die Liste eintragen und schon bist Du im Pool.