In ganz Europa sind die Festivals im Gange, aber wenn ich so in die Festival Welt hinausschaue, sind es vorallem Rockfestivals die die Leute in Massen vor die Bühnen locken. Aber was macht eigentlich ein Metalhead aus. Sind es wirklich die 25% die laut einer Umfrage durch Black Sabbath oder Metallica den Zugang zur harten Musik gefunden haben? Ich bin dem mal nachgegangen und habe hier die fünf Stufen des Metalheads erläutert, und wie er einer wird.

Stufe 1: Die Entdeckung

Es fängt harmlos an. Eine unbelastete Person hört von irgendeinem Lautsprecher einen Metal Song. Diese Person hat diese Art Musik schon einmal gehört, aber den Zugang noch nicht gefunden. Jetzt ist es anders, aus irgendwelchen Gründen klingt es anders, frisch, dynamisch und akzeptabel. Dann stellt sich die Person die alles entscheindende Frage; mag ich diese Musik wirklich? Bin ich jetzt einer von denen, vor denen mich meine Eltern immer gewarnt haben? Weil deren Image ja so schlecht ist, Ballerspiele, fettige lange Haare, assoziale Schmarotzer. Die Antwort ist; JA, und der Rest sind nur Vorurteile von denen die noch nicht eingetaucht sind, in die Welt des Heavy Metal.

Stufe 2: Die Hingabe
Die nächste Phase der Zugehörigkeit hat schon was mit Vergötterung seiner Lieblingsband zu tun. Der Heavy Metal Fan hat “seine” Band, dieser folgt er wie ein Sektenanhänger seinem Prediger. Er ändert seinen Lebensstil und verfällt komplett der Hingabe zum Heavy Metal. Schwarz wird die dominierende Farbe der Shirts. Der Fan gibt Unmengen Geld aus um sich alle Platten, Bootlegs und was weiss ich noch alles zu kaufen, um so seiner Band näher zu sein. Eine Diskussion anlässlich einer Familienfeier hört sich dann vielleicht so an
Die Grossmutter sagt; auf dem Weg hierher hab ich Kiss gehört, Detroit Rock City, und nach all den Jahren mag ich den noch immer. Der frischgebackene Fan entgegnet; Das ist cool, aber hier, hör dir mal Immortal an, die tragen auch Make-Up, Grossmutter, dies hier musst Du Dir reinziehen.

Stufe 3: Verzweiflung
Hier beginnt der Metal Fan sich so langsam umzusehen. Er beginnt sich zu langweilen, weil die Gitarren immer gleich klingen, das Schlagzeug nicht schnell genug ist, oder der Sänger nur in den hohen schrillen Tönen singt. Er sucht er aus lauter Verzweiflung in den Subgenres nach Bands die ihn nun befriedigen können. Er sucht eine Art sich anders auszudrücken, muss Dampf ablassen, und will härter sein als der Rest. Was eignet sich da besser, als sich einen Tattoo Shop aufzusuchen. Richtig verzweifelte Fans geben der Musik eine Pause um sich komplett neu zu orientieren, und um eine neue Nische zu finden wo sie den nun reinpassen. Dann kommen auch solche Kommentare wie; Wie zur Hölle kann man sich Rihanna anhören wenn doch Dream Theater einen neue Platte rausgebracht hat. Oder; warum zahlt jemand monatlich Gebühren um am Fernseher Konzerte zu schauen, wenn doch Venom fast jedes Jahr tourt

Stufe 4: Rückzug

Jetzt kommt die Phase des Rückzugs. Der Fan realisiert, dass sein Bemühen die Welt von seiner Musik zu überzeugen fehl geschlagen ist, und beginnt dies zu akzeptieren. Die Kleidung ist auf einmal auch nicht mehr so aufdringlich, das Pentagramm wird nicht mehr gross vorne auf dem Shirt getragen, nein es verschwindet als Halskette unter das Shirt. Eddie kommt erst wieder auf die Brust, wenn der schwedische Moderiese eine Kollektion rausbringt, wie er dies mittlerweile alle Jahre mit irgendeiner Band macht. Nun verbringt er die Zeit im Internet, in all den Foren und Communities und tauscht sich dort mit gleichgesinnten aus. Er spürt aber wieder vermehrt den Drang neues zu entdecken, neue Bands, neue Platten, aber nicht mehr so, dass er seine Entdeckung gleich jedem mitteilen will, er geniesst sie für sich.

Stufe 5: Integration

In der letzten Stufe des Metalheads verbindet der Fan alle vorhergehenden Stufen. Die Freude an der Entdeckung, die Leidenschaft seiner Hingabe, die Wut an der Verzweiflung, und die Lehren aus seinem Rückzug. Er ist durch und durch Metalhead aber ist mittlerweile gereift an all den durchlaufenen Stufen. Ein Metalhead kann nun aussehen wie jeder andere auch, er kann Dein Nachbar sein ohne dass Du merkst dass er die gleiche Musik hört wie Du.

Ich habe in meinem Leben nun schon einiges erleben dürfen. Hab einige fanatische Fans getroffen, ich hab in Provinznestern Diskussion geführt mit einem Ärzte Fan, der die Toten Hosen absolut nicht mochte (ich war der Hosen Fan). Ich wohn in einer Region, es scheint als gebe es da nur eine Band, maximal zwei. Aber mit fortschreitendem Alter treffe ich immer mehr Leute an, die ihrem Alltag nachgehen, gute Jobs haben, zum Teil mit Kleidungsvorschrift, Leute denen Du nie ansehen würdest, dass sie Slayer vergöttern. Aber wenn Du mit ihnen auf einmal über Musik zu sprechen beginnst, Feuer fangen. Dann aber nicht nur Slayer, es darf dann auch Bon Jovi sein, oder stilistisch was ganz anderes, zum Beispiel Depeche Mode. Und genau das lieb ich an all den Metalheads da draussen, dieses freundschaftliche Miteinander. Den sobald es um Musik geht, sprechen wir die selbe Sprache, nur einen anderen Dialekt.