Der Sommer fängt gerade erst an und somit für viele die eigentliche Festival Saison. Eine echte Perle unter den Festivals findet jedoch fernab dieser Zeit statt. Und in den vergangenen Jahren habe ich dort auch nie einen Zelten gesehen. Die Rede ist vom Ice Rock Festival in Wasen im Emmental. Ein kleines musikalisches Leckerli am Festivalhimmel und bereits die 18. Ausgabe. Nun haben die Organisationen die ersten Bands bekannt gegeben. Im Vorfeld vermochten sie jedoch noch ein wenig für Verwirrung zu sorgen. Tauchte doch ein neuer Schriftzug auf, der doch sehr an The Night Flight Orchestra erinnerte. Was ist da im Anmarsch, haben sich vermutlich einige gedacht. Vor ein paar Tagen dann die Aufklärung. Das Ice Rock hat auf einen Schlag einen kompletten Festivaltag bekannt gegeben. So steht der Freitag 10.01.2020 komplett im Zeichen der 80er Jahre.

Gemäss der Running Order werden Haïrdrÿer aus Nidwalden den Festivaltag eröffnen. Wer sich mit einem DeLorean ablichten lässt ist musikalisch schnell eingeordnet. 80er Jahre Hard Rock ist angesagt. Haïrdrÿer verstehen es so richtig fette Melodien auszupacken in den Flux Kompensator zu stecken und diese zwar immer noch typisch 80er ins heute zu transportieren. Anders als bei Back To The Future schaffen es die fünf Jungs das Raum Zeit Kontiuum durcheinander zu bringen. Haïrdrÿer sind Rampensäue und reissen sich auf jeder Bühne den Arsch auf, so wird der Freitag am Ice Rock wohl schon mit einer richtig geilen Party losgehen.

Vom kühlen Norden kommen Pretty Wild, genauer aus Schweden. Wer weiss wie es die Temperaturen mit dem Ice Rock im Januar 2020 meinen. Aber ich bin mir sicher es wird einer örtliche Hitzewelle vermeldet werden. Heute 31.05.2019 hat die Band gerade ihr drittes Album Interstate 13 veröffentlicht und mit Meant For Trouble schon einen richtigen Livekracher als Video vorab ausgekoppelt. Die Band steht für unglaublich eingängige und trotzdem richtig rockende Songs, so wie man es sich halt eben aus Schweden gewohnt ist. In ihrer Heimat haben sie es schon etliche Male in die Rockcharts geschafft und wird das Ice Rock zum kollektiven Headbangen animieren, garantiert.

Als ich den nächsten Namen auf dem Billing gelesen habe, habe ich kleine Freudentänze vollführt. Das coolste Festival seit es Schnee gibt hat es doch tatsächlich geschafft die NWoBHM Legende Praying Mantis nach Wasen i.E. zu locken, wie geil ist das denn. Die Band feiert am Ice Rock bereits 45 Jahre Bandbestehen und ist in meinen Augen so etwas von unterbewertet. In ihrer langen Karriere standen bei ihnen Namen wie Paul Di’Anno, Bernie Shaw, Clive Burr, Doggie White, Gary Barden oder der am Ice Rock bestens bekannte Damian Wilson auf der Lohnliste. Trotzdem reichte es nie bis ganz nach oben. Da waren zum Beispiel nach dem ersten Album Management Probleme, die es ihnen nicht erlaubte ein zweites Album nachzuliefern. Nur eines der Hindernisse, welche der Band in den Weg geworfen wurden und sie jedesmal wieder zurück werfen sollte. Von den Gründungsmitglieder sind heute noch die Brüder Chris und Tino Troy bei der Gottesanbeterin. Die beiden letzten Alben heimsten überall hervorragende Bewertungen ein, beinhalten unglaublich melodische Songs die teilweise schon fast in die Richtung AOR gehen. Am Ice Rock werde ich während die Jungs spielen auf alle Fälle in keinster Weise ansprechbar sein, den hier kommt eine echte Legende.

Als letzte Band für den Freitag, wurde die 2013 im Süden von Deutschland gegründeten Stallion verpflichtet. In ihren jungen Jahren hat es die Band schon auf beachtlich viel Live Erfahrung gebracht und rockte schon auf richtig fetten Open Air Bühnen. Stallion die den alten Heavy Metal der 80er Jahre wieder auferleben lassen. Wer sich stilmässig eher an Running Wild, Judas Priest und Konsorten erinnert haben möchte ist bei Stallion an der richtigen Adresse. Die fünf werden mit ihrem vorwärtstreibenen Sound keine Gefangenen machen.

Auch für den Samstag konnte schon die erste Band betätigt werden. Es sind dies die Schweizer Lucy Four. Seit rund 30 Jahren sind die Vier unterwegs und präsentieren gewaltige Rocksongs die irgendwo in den 70er Jahren ihren Ursprung haben. Lucy Four brauchen nicht viel Firlefanz für ihren Sound. Er hat soviel Wucht und Energie, es gibt Momente da werde ich an die alten Black Sabbath erinnert. Eine Band für die es sich lohnt schon früh am Nachmittag am Ice Rock zu erscheinen, die könnten für mich ein Highlight werden.

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