Das war heute ein Schlagzeile in den News. Bob Dylan verkauft die Rechte an seinen bisherigen rund 600 Songs an Universal Music. Hätte ich vom Nobelpreisträger für Literatur nicht erwartet. Der seit 1988 auf der Never Ending Tour spielende Barde kassiert dafür mehr als 300 Millionen Dollar. Es ist einer der grössten Deals dieser Art die je abgeschlossen wurden. Aber was bedeutet dies nun.

Der Vertrag beinhaltet nur die Veröffentlichungsrechte an Bob Dylans bereits existierenden Songs. Die Rechte an Musik als auch am Text seit er angefangen hat Musik zu schreiben. Wer nun also Blowin’ In The Wind hört, egal ob als Stream, am Radio oder in der Fernsehwerbung schiebt die Tantiemen nicht mehr Bob in die Tasche, sondern Universal Music. Das Gleiche gilt auch, wenn ich mit meiner Band Knockin’ On Heavens Door spiele, dann geht die Kohle an Universal, auch wenn es Guns N’Roses macht. Wichtig ist, dass es nur um die Veröffentlichungsrechte geht und nicht um die Aufnahmerechte. Dies könnte jetzt dann jedoch bald an einer Überdosis Dylan enden und ich kenne eigentlich nur eine Person in meinem Bekanntenkreis, der sich dies 24 Stunden am Tag antun könnte. Denn irgendwie muss die Kohle ja wieder reinkommen.

Bob Dylan ist nicht der Einzige der in letzte Zeit solche Deals abgeschlossen hat. Stevie Nicks hat es gemacht, genau so wie Richie Sambora oder die Imagine Dragons und Dutzende weitere Bands. Das liegt auch daran, dass im Zeitalter des Streamings die Inhaber der Rechte einiges an Geld machen können. Die Künstler profitieren insofern davon, dass sie jetzt im voraus enorme Pauschalbezahlungen erhalten, ihre tägliche Einnahmequelle jedoch an die neuen Eigentümer übergeht. Von solchen Deals gehe ich aus wird es in Zukunft noch einige geben. Gerade alternde Bands sind nicht mehr sonderlich erpicht darauf auf Tour gehen zu wollen, oder gar ins Studio zu gehen. Mit solchen Angeboten der Plattenindustrie können sie sich aber noch einmal ein fettes Polster anlegen und beruhigt zur Rente gehen.