Drei Jahre nach dem letzten Album bringen die Wikinger Amon Amarth mit Jomsviking ein neues Knalleralbum auf den Markt. Diesmal handelt es sich sogar um ein Konzeptalbum, obwohl Amon Amarth (die sich übrigens trotz des Bandnamens nicht sonderlich für Herr der Ringe interessieren) ja schon immer mehr oder weniger über die Wikinger gesungen haben. Nun hat man sich also einer Geschichte angenommen, die im Kurzabriss in etwa so lautet. Ein Söldner (Jomsviking) verliert seine Geliebte an einen Kollegen, bringt aus Versehen einen um, und muss daher fliehen, nun schwört er sich Rache und will das Mädel wieder zurück. Wäre der Rachefaktor nicht dabei, hätte es wahrscheinlich Kuschelrock gegeben statt Death Metal. Aber es geht auch auf diesem Album richtig zur Sache. Also eigentlich wie immer ein Amon Amarth Album, diesmal einfach mit durchgehender Story. Der mittlerweile Filmerfahrene Frontmann Johan Hegg ist für mich auch der deutlichste Death Metal Growler. Im Gegensatz zu vielen seiner Genrekollegen versteht man bei ihm einfach jedes Wort, wenn man will. Was für mich aber grundsätzlich der Fall sein sollte, und im vorliegenden Album um so wichtiger ist, man will ja eine Geschichte erzählen. Amon Amarth steht aber auch für pfeilschnelle Riffs, richtig akzentuiert und hart eingesetzt, dies beherrschen Olavi Mikkonen und Johan Söderberg aus dem effeff. Unterstützt vom Tieftöner Ted Lundström und dem für Studio angemieteten Schlagzeuger Tobias Gustafsson haben die Songs auch die nötige Wucht. Klar ist die Thematik der Wikinger cool und die Schlachten bezogenen Texten schon sehr ausgelutscht. Schliesslich gibt es nicht erst seit gestern Bands die über Schwerter, Blut und Tod singen, so wiederholt sich auch in den vergangenen Jahrzehnten das Vocabulaire bei allen Bands immer wieder. Bei Amon Amarth macht es in meinen Augen aber die Instrumentenarbeit aus, dass sie unverkennbar sind und bleiben, und deshalb einen hohen Wiedererkennungswert besitzen, und wer Riffs hört wie bei One Against All weiss was ich meine. Diesmal gibt es mit Doro Pesch sogar noch ein Gast die Ehre. Bei A Dream That Cannot Be trällert sie nämlich für mich unnötigerweise mit. Für mich ist das der Ausfall des Albums, aber ich war ja auch noch nie ein Fan von Doro, und werde es wohl definitiv auch nie werden. Aber sehen wir mal über diesen Song hinweg, so hat das Album noch einige Highlights zu bieten. Raise Your Horns (ist der eigentlich für Ronnie James Dio ) könnte ein echter Livekracher werden. One Thousand Burning Arrows ist dann eher der untypischste Song mit seinen balladesken Zügen, aber extrem stimmungsvoll und episch. Apropos episch, hört Euch Back On Northern Shore an, dieser Song ist inzwischen meine Lieblingsnummer vom Album. Dass die Filmarbeit bei Johan Hegg Spass gemacht hat, kann man auch am Video zu At Dawn’s First Light sehen, nichts für schwache Gemüter und solche die bei Bluttropfen gleich umkippen. Alles in allem ein richtig geiles Album und deshalb mein Album des Monats.