Sechs Jahre gibt es die Engländer rund um Sänger Nick Workman nun schon. Aber die Fünf haben es in dieser kurzen Zeit schon auf vier Alben gebracht, eines besser als das Andere. Und anders als bei vielen neuen Bands, hält sich hier das Line-up konstant, was glaub ich auch ein weiterer Erfolgsfaktor ist. Wenn ich einen Blick in die Geschichte der erfolgreichen Rockbands zurückwerfe, dann ist bei fast allen Stadionbands genau dies das Rezept für den Erfolg, meist liess er nach sobald es einen Wechsel beim Personal gab. Zudem sind bei Vega mit den beiden Brüdern Tom Martin und James Martin zwei extrem begnadete Songschreiber mit an Bord. Zwei Nasen die selbst schon für viele andere Lieder schrieben, und dass einfach so neben der eigenen Karriere. Eigentlich hat mich das Albumcover eher ein wenig abgeschreckt, ich steh nicht so auf diese Comiczeichnungen resp. Karikaturen. Aber zum Reinhören hat mich vorallem eines animiert, und leider habe ich erst dadurch diese grossartige Band und deren Backkatalog kennengelernt. Diese eine Punkt heisst Harry Hess, seines Zeichens Sänger von einer meiner Lieblingsbands Harem Scarem. Und genau dieser Harry Hess hat dieses Album in den Monnow Valley Studios in Wales produziert. Und da wo Hess draufsteht, muss ich einfach reinhören, und es hat sich vollumfänglich gelohnt. Übrigens haben die Martin Brüder auch schon für Harem Scarem Songs geschrieben, dass aber auch nur so nebenbei. Und soweit von den Kanadiern sind die Engländer musikalisch auch nicht weg. Es ist die perfekte Verschmelzung von 80er Jahre Hard Rock mit dem modernen Melodic Rock, den man aus dem Hause Frontiers, bei welchen Vega auch unter Vertrag sind, nun schon seit längerem gewohnt ist. Elf Perlen der Musik mit herausragenden Melodien, ohrwurmverdächtigen Refrains und grandiösen Riffs. Hört Euch nur mal Every Little Monster an, dass Teil brennt sich in den Gehörgängen ein, und ehrlich gesagt, man bringt den Refrain auch tagelang nicht mehr raus. Ich erwisch mich immer wieder den Titel singen.

Natürlich fehlt auch die Powerballade in Form von Nothing is Forever nicht. Es ist aber schwer einen Song besonders herauszupicken. Es sind nur Killernummern drauf, es gibt keinen Schwachpunkt zu entdecken, was im übrigen bei den anderen Alben der Band auch nicht zu tun ist. Deshalb versteh ich den Albumtitel Who We Are eher als eine kecke Frage von ein paar extrem gutgelaunten Engländern, die genau wissen, wer sie sind. Nämlich eine der besten Melodic Rock Bands der Welt. Nur werden auch sie es leider schwer haben sich durchzusetzen, was aber bestimmt nicht an Vega liegt, sondern am Musikmarkt im Generellen. Oder kennt einer eine Band jüngerem Datums, die es geschafft haben zur Stadionband heranzuwachsen. Ich leider auch nicht, aber könnte ein paar nennen, die es verdient hätten. Und da würde auch Vega hingehören. Deshalb eine würdige Platte des Monats und ein heisser Kandidat für das Album des Jahres.