Ein paar Mal habe ich die Jungs aus der Schwäbischen Alb schon live gesehen, das erste Mal 2009. Und eines muss man Kissin’ Dynamite lassen, ihre Liveshows sind richtig gut, immer Action auf der Bühne, und bisher habe ich wirklich noch keinen richtig schlechten Auftritt gesehen. Beeindruckend auch dass sich die vor 10 Jahren als Schülerband gegründete Formation auch heute noch in der Gründungsbesetzung unterwegs sind. Das ist nicht so selbstverständlich, denn gerade in dieser Zeit verändert man sich oftmals sehr schnell, musikalisch, persönlich und auch beruflich. Und gerade an diesem Punkt scheitern dann oft auch viele. Ich meine der Älteste von Kissin’ Dynamite ist gerade mal 25 Jahre alt (Andi Schnitzer) und der Jüngste, Sänger Hannes, ist gerade im Mai 24 Jahre alt geworden. Dann noch auf die Karte Musik zu setzen ist doch recht mutig, wenn doch kaum einer noch Platten kauft. Sich Rockplatten zwar noch in die Charts schleppen können, nach einer Woche jedoch wieder aus den Hitparaden verschwunden sind. So ist es auch recht beachtlich, wie sie seit 2008 im 2-Jahres Rhythmus immer wieder ein neues Album auf den Markt werfen. Mittlerweile organisiert sich die Band auch völlig selbstständig, man hat sich 2014 vom Management getrennt und erledigt dies selber. Selbst produziert hat Hannes Braun das Album in Eigenregie. Irgendwie scheint mir so der Name Generation Goodbye dann auch Programm zu sein, alle Altlasten über Bord werfen und selbst Hand anlegen. Und wenn sich heute eine Band so reinkniet wie es Kissin’ Dynamite nun schon seit Jahren tun, ihren Weg gehen und mittlerweile auch ihren Sound gefunden haben, dann soll das auch nicht unbelohnt bleiben. Und so haben sich die Schwaben gleich mit einem Hammeralbum selbst belohnt. Konsequent ist man seit der Gründung den Weg gegangen, anfänglich sah alles noch richtig nach Sleaze and Hairspray Metal aus, aber schon das letzte Album Megalomania zeigte teilweise ganz andere Seiten des Fünfers auf, was nicht jedem gefallen hat. Ich glaube nun aber hat die Band zu sich und ihrem eigenen Stil gefunden, und der weiss mir zu gefallen. Man hat sich ein bisschen entfernt von diesem aufgesetzten 80er Jahre Sound wie er noch auf den ersten drei Alben zelebriert wurde. Kissin’ Dynamite heute leugnet immer noch nicht ihre musikalischen Vorbilder, aber alles klingt heute moderner. Und das aktuelle Album mit seinen elf Songs hat wirklich viel zu bieten, ein Ohrwurm jagt den anderen.
Uns so startet das Album gleich mit dem Titelsong Generation Goodbye, gefolgt von der ersten Single Hashtag Your Life, einem typischen Kissin’ Dynamite Song, wie immer melodisch, mit Power. Danach geht es ruhiger zu Gange, mit If Clocks Were Running Backwards folgt die Ballade. Im Gegensatz zum, in meinen Augen genialen, Fireflies vom Vorgängeralbum besitzt diese Singleauskopplung bei weitem nicht soviele Keyboards, sondern ist mit ruhigen Gitarrenparts und einem starken Gitarrensolo von Ande Braun ausgestattet. Der Kontrast dazu ist der nächste Song Somebody to Hate, fertig mit Liebeslied, Aggressivität ist gefragt. Danach geht es weiter mit einem richtigen Metalsong, She Came She Saw, der Refrain wiederum eine Hymne wie sie im Buche steht. Der Song selbst groovt wie Sau und ohne Ende, was sicherlich an den harten Basslinien liegt, so klingt normalerweise Dub, wenn man einmal über den Tellerrand schaut. Hier passt das wie die Faust aufs Auge, saugeil. Highlight Zone markiert die Mitte des Albums mit treibenden Drums und viel Energie, ich bin mir sicher das Teil knallt live richtig rein, und geht schon eher in Richtung Powermetal, anfänglich kam mir sogar Stratovarius als Vergleich in den Sinn. Der Refrain lädt auf alle Fälle, wie eigentlich bei fast allen Songs von Kissin’ Dynamite zum Mitgröhlen ein. Überhaupt für Refrains haben die Schwaben schon immer ein glückliches Händchen gehabt. Kissin’ Dynamite haben sich in Form von Jennifer Haben noch ein wenig Verstärkung ins Studio geholt. Die Beyond The Black Sängerin singt in dieser wunderschönen Powerballade die zweite Stimme, perfekt zum Träumen. Auf die folgenden Nummern möchte ich jetzt nicht näher eingehen, verdient hätten sie allesamt. Den Abschlusssong Utopia möchte ich dann aber doch nicht unerwähnt lassen. Es ist ein kleiner Epos geworden, langsamer Aufbau in Kombination mit einem Refrain der wiederum das Zeugs zu einer Hymne hat. Eingangs des Songs erinnert mich der Song oftmals ein wenig an Led Zeppelin, um mich dann zeit Eine echt starke Platte ist sie geworden, die fünfte Scherbe von Kissin’ Dynamite.