Noch nicht einmal zwei Jahre existiert die Band Aëdon aus dem Ruhrpott. In dieser kurzen Zeit haben die fünf Musiker Simon Gatzka (Gitarre, Gesang), Max Krüger (Gitarre), Daniel Breiderhoff (Keyboards), Tobias Jung (Bass) und René Ehrenberger (Schlagzeug) es geschafft ein EP auf den Markt zu werfen. Erstaunlich dabei ist, dass es sich dabei nicht um 08/15 Songs im herkömmlichen Drei Akkorde Modus handelt, sondern sich die Jungs dem Progressive Rock verschrieben haben. Es geht also alles ein wenig komplizierter und durchdachter von statten. Dazu kommt, dass ein Grossteil von Aëdon erst vor wenigen Jahren begonnen hat, Musik zu machen. Schlagzeuger René zum Beispiel spielt gerade mal seit 5 Jahren auf seinem Instrument. Nun präsentieren die Jungspunde also ihre erste EP namens «Leaves Turning Red».

Aedon
Die Band umschreibt ihre Art Musik als Progressiven Rock mit modernen Elementen. Gemäss Bandbeschreibung vergleichbar mit Bands wie Anathema, Muse oder Porcupine Tree. Textlich orientieren sich Aëdon, der Namen entstammt der griechischen Mythologie, schicksalhaften Themen wie vergangener grosser Liebe, Weltschmerz oder tragischem Tod.
Fünf Songs beinhaltet das Werk «Leaves Turning Red» insgesamt. Der erste Song Dried Out Streams wird mit sanften Klängen eingeleitet, melancholisch ist wohl das geeignetere Wort. Dies bleibt auch mehrheitlich über das gesamte Album so. Wer jetzt auch gar so richtig deftig progressive Sachen erwartet, wird hier (noch) nicht bedient. Vielleicht ändert sich dies bei den Neukompositionen dann, an denen die Band zur Zeit arbeitet. Ich finde dies jedoch nicht weiter schlimm, für mich gibt es nichts Schlimmeres als Instrumentalisten die über ein gesamtes Album der Welt beweisen müssen, dass nur fingerverrenkende Solos einen Song definieren. Die Musiker beherrschen aber definitiv ihr Handwerk, spielerisch aber auch kompositorisch. Kein Song wirkt zu überladen, alles hat seinen Platz und lässt genügend Raum. Es ist ein Album, dass zwar nicht gerade zum Abrocken einlädt, aber genüsslich zurücklehnen und die Songs bei einem Drink geniessen, dies kann ich jedem empfehlen. Wenn auch, wie beschrieben, die Thematik doch eher von Schicksalschlägen handelt und Melancholie das Grundgerüst beeinflussen. Mir gefällt dies, ich kann da abtauchen und mal eben nur der Musik lauschen. Für eher anfällige Gemüter, bei denen das Glas eher halbleer ist als halbvoll, könnte es vielleicht ein wenig zu depressiv sein, aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache. Für mich eine Runde Sache diese EP, aber Aëdon sind eher im Rock anzusiedeln, wenn die weiteren Sachen nicht komplexer und somit auch progressiver werden