Zur Zeit geistert ein Artikel von Carrie Braithwaite in den Weiten des Internets umher, in welchem beschrieben wird, wie rassistisch und sexistisch der Folk Metal ist. Und in meinen Augen ist dieser Artikel so etwas von falsch. Als wäre das nicht genug, gibt es zudem eine Studie der Leeds Beckett University die aussagt;

“preserves an old-fashioned power structure where white, male Europeans are superior.”

Hier steckt wiederum ein Funken Wahrheit drin. Folk Metal wird vorwiegend von weissen Männern gespielt (nicht nur), und ist vielfach über weisse Männer (unter anderem Wikinger). Aber diese Studie von Professor Karl Spracklen fängt gleich kurz darauf an zu bröckeln, und bei den folgenden Aussagen muss einfach auch mal auf die Bremse getreten werden;

“serves as a comfortable leisure space for…the white European, working class men who have faced challenges to their assumed privileges from women, globalisation, immigration and postmodernity.”

Vorallem zwei Punkte erscheinen mir nach dem Durchlesen als offensichtlich, dabei möchte ich vermerken, dass auch ich nicht unbedingt ein Spezialist im Bereich des Folk Metals bin. Ich höre mir aber durchaus einiges Bands aus diesem Genre an und besuche sogar hin und wieder mal Konzerte. Aber es scheint mir als hätte Carrie Braithwaite keine Ahnung von Folk Metal, und Professor Spracklen weiss wahrscheinlich auch nur halb so viel über die Stilrichtung wie glaubt zu wissen.
Professor Spracklen betrachtet für seine Studie jedoch nur gerade fünf relativ gut etablierte Bands, unter Anderem unsere Schweizer Vertreter von Eluveitie. Dann sind da noch Tyr, Turisas, In Extremo, Cruachan, wenigstens stammen die Bands aus unterschiedlichen Ländern, wobei die Schweiz noch das südlichste von allen ist. Somit ist es also schon einmal eher weniger erstaunlich, dass Spracklen zum Schluss kommt, Folk Metal werde nur von weissen Männern gespielt. Es ist aber im allgemeinen eigentlich Fakt, dass wir in einer rassistischen Welt leben. Die jüngeren Beispiele der Flüchtlingswellen die hier in Europa ankommen, zeigen dies zum Teil deutlich. Aufgrund der Tatsache, dass Frauen in vielen Ländern der Welt auch immer noch als “niedrige” Wesesn angeschaut werden, lässt für mich leider auch nur den Schluss zu, dass diese Welt nun mal im allgemeinen auch sexistisch ist. Somit ist ja nicht der Folk Metal rassistisch und sexistisch, sondern der Folk Metal, wie übrigens jede andere Stilrichtung der Musik auch, in einer rassistisch und sexistisch orientierten Welt gespielt. Sicher gibt es Rassisten und Sexisten innerhalb der Bands von Folk Metal. Aber hey, wie schaut das aus mit Leuten wie Eminem, Bushido, um nur zwei Vertreter eines komplett anderen Musikstils zu nennen, die selbst Millionen von Platten absetzen. Deshalb finde ich es absolut unfair und fehl am Platz, wenn man sich nur eine Stilrichtung annimmt und diese dann mittels Studie in den Dreck ziehen möchte. Übrigens hatten Turisas auch mal eine Frau in der Band, ebenso Cruachan und In Extremo, bei Eluveitie spielen immer noch Frauen in der Band.
Ich möchte ja die Szene auch nicht nur gut reden. Mir ist durchaus bewusst, dass sich im Folk Metal auch schwarze Schafe rumtummeln, wie auch in allen anderen Stilrichtungen auch. Da gibt es Bands die bekennen sich offen dazu, und bei Einigen kommt man erst durch genaues Hinsehen respektive Hinhören zur Einsicht. Aber es ist ja auch nicht der ganze Fussball schlecht wegen einer handvoll Hooligans oder ein paar korrupten FIFA Funktionären.