Es hat seine Jahre gedauert, bis ich Epitaph für mich entdeckt hatte, obwohl die Band schon 1969 gegründet wurde. Entdeckt hatte ich die Band erste als ich das Erstlingswerk der Band Kingdom in den Händen hielt (ja ich hab noch die Originalpressung, und nicht die Wiederauflage als Domain). Darauf spielten mit Bernie Kolbe und Cliff Jackson gleich zwei Gründungsmitglieder von Epitaph mit. Und weil sich Kingdom, resp. Domain zu einer meiner Lieblingsbands mauserten, musste ich natürlich mal nachforschen wo die einzelnen Musiker so alles mitgewirkt hatten, damals ohne Internet war das zwar schwerer, aber man wusste sich zu helfen.
Nun liegt mit Fire From The Soul eine neue Platte vor, die am 18.03.2016 erscheinen wird, und wieder in der Band zu finden ist mit Schlagzeuger Jim McGillivray ein weiteres Gründungsmitglied. Somit sind im 47. Jahr des Bandbestehens drei Gründungsmitglieder im Boot, was doch recht beachtlich ist. Zusätzlich hat man sich mit einigen Gastmusikern noch Verstärkung geholt, so sind mit Pete Sage von Santiano, Tim Reese von Truck Stop und Klaus Henatsch von Big Mama ein paar interessante Personen im Boolet erwähnt. Aber auch Heinz Glass war schon in den 70er Jahren Mitglied von Epitaph. So sind Epitaph wohl eine der dienstältesten aktiven deutschen Bands, und trotzdem kennen nur Szenekenner die Band, schade eigentlich. Die Produktion ist gut, auch wenn man es anhört, dass es sich um eine Band handelt die in den 70er ihre Wurzeln hat, aber ich denke das ist gewollt. An Melodien mangelt es auch nicht, und diese kommen auch wunderschön daher, ohne jemals aufdringlich zu wirken, was vielleicht auch an dem leicht progressiven Touch liegt. Man findet auf Fire From the Soul alles, zügige Rocksongs, einfühlsame Balladen aber auch epische knapp neun Minuten lange Songs, wie der Titelsong. Der zählt für mich auch zu den Favoriten des Albums, den innerhalb diesen neun Minuten mangelt es nicht an Abwechslung und der Song verliert nichts an Spannung. Weshalb man jedoch vom Debut noch I’m Trying mit reingepackt hat, müsste man die Band mal fragen. Die erste Single Nightmare eröffnet dieses abwechslungsreiche Album, und kommt auch überraschend heavy daher. Auf mittlerweile 18 Studio- und Livealben hat es die Band,welche 2001 die Reunion wagten, gebracht. Auch eine DVD, welche diese Woche live aufgenommen wurde, soll wohl demnächst erscheinen. Epitaph will es also nochmals richtig wissen in diesem Jahr. Gespannt war ich aber auf den Song Love Child. Dieser war schon auf dem Kingdom Debut Lost in the City erschienen vor knapp 30 Jahren, und ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich den Song auf der Tracklist sah. Erst glaubte ich an einen Epitaph eigenen Song, aber nein, der als Bonustrack deklarierte Song ist tatsächlich eine anders gespielte Version des Kingdom Klassikers. Und er wird erst noch richtig geil gespielt, wenn auch nicht mehr so bombastisch wie damals. Vielleicht bin ich etwas vorbelastet, aber dieser Song ist für mich mit Abstand der Beste, mit dem geilsten Gitarrensolo des Albums. Wer auf guten alten Hard Rock der alten Schule steht, Melodien mit leicht progressivem Einschlag mag, und sich ab und an auch gerne in die 70er zurück versetzen möchte, soll hier zuschlagen, unbedingt, dieses Album ist Kaufpflicht.